Regeln
Don't feed the troll!
07.02.2012 - 11:39

Don't feed the trolls!, "Füttere keine Trolle!", ist eine inzwischen gängige Aufforderung an Teilnehmer von Newsgroups und Foren, einem Provokateur nicht mehr zu antworten. Der Troll wird sich dann mangels wütender Reaktionen auf seine Beiträge aus Langeweile zurückziehen und andere Orte im Internet aufsuchen, um dort einen "Flamewar" anzuzetteln. Während die einfacheren Naturen unter den Trollen - und davon gibt es viele - nur plump provozieren, und sich dann damit zufrieden geben, beschimpft zu werden, ist es das Ziel eines gewiefteren Trolls, Streit und Uneinigkeit in einer Gruppe zu säen. Und sie schaffen dies auch oft dadurch, dass sie herausfinden, welches Thema in einer Gruppe zu einem Konflikt führen könnte, und genau dieses auf geschickte Art und Weise anzusprechen. Der Sprengsatz ist schon vorhanden, sie legen nur die Lunte und zünden sie dann an.

Unter Trollen habe ich mir bislang bildlich immer norwegische Kobolde vorgestellt, wie sie zum Beispiel auf der Troll Page zu sehen sind. Auf die Frage, warum diese drolligen - äh - trolligen Kerle als Namensgeber für die Störenfriede der Internet-Gemeinde herhalten mussten, fand ich dort keine befriedigende Antwort. Auf der Troll-Info-Seite der Troll Page fand ich dagegen Aussagen, die der Charakteristik eines Internet-Trolls zuwiderlaufen: "Trolle können wirklich schrecklich aussehen, jedoch sind sie keineswegs böse, bestenfalls ein wenig schwerfällig. Wenn sie tatsächlich den Menschen hin und wieder schlimme Dinge antun, dann ist dies meistens ein Zufall." Auch auf der norwegischen Troll-Domain www.troll.no, die sich die Firma Trolltech unter den Nagel gerissen hat, findet man keinen Anhaltspunkt für eine Verwandtschaft der Foren-Trolls mit den norwegischen Kobolden.

Erst nach langem Suchen wird man dann eines besseren belehrt: das Wort Troll kommt aus dem Englischen und ist dort abgeleitet von der Tätigkeit des Trollens. Ein Troll ist also jemand der trollt, und engl. to troll bedeutet "mit der Schleppangel fischen", im übertragenen Sinne "jemanden ködern". Ein Internet-Troll ködert mit Themen, die Zwietracht säen, und wie ein Angler wird er den Ort wechseln, wenn niemand anbeißt.

(Quelle: Jörgs Homepage (direkter Link ist tot) - herzlichen Dank an den Autor!)


Cevelon


gedruckt am 20.09.2020 - 04:01
http://www.berlin-larp.de/include.php?path=content&contentid=64