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Eigentlich wollte ich mir mal die gesamte Sendung im der ZDF Mediathek ansehen. War mir dann aber zu ... naja...
Zunächst ist interessant, dass dieses Video hier, in dem verlinkten Blog und auch auf Youtube darunter gehandelt wird, dass Chin Meyer die "Finanzspekulation erklärt". Das gesagte ist natürlich keine Erklärung. Lässt man den ganzen Klamauk mal beiseite bleibt übrig, dass es doch ohnehin nur alles Gangster sind, die die Welt absichtlich oder unabsichtlich in den Ruin reißen würden und dass da Produkte entstehen die kein Mensch mehr versteht. Zumindest das zweite hast Du ja auch selbst wiederholt. Zumindest dies steht jedoch im Verkaufsprospekt, den Halbjahres- und Jahresberichten. Da ist dann sehr genau aufgeführt wie groß das gesamte Volumen des Fonds ist und woran er Anteile hält. Nur liest diese 3 Papiere kaum einer. Wer jedoch keine Lust hat sich damit zu beschäftigen, der hat auch kein Recht sich darüber zu beschweren, denn die Informationen sind ja da.
Und von irgendwem werden die Sachen ja auch nicht bewertet, sondern von großen international anerkannten Rating Agenturen. Hier gibt es jedoch zwei Sachen zu bedenken:
1. Sind Rating Agenturen nicht unfehlbar
2. Bedeutet selbst das beste Rating nicht, dass der Schuldner nicht pleite gehen kann, es bedeutet lediglich, dass dieser Fall sehr unwahrscheinlich ist.
Niemand ist im übrigen gezwungen die Beurteilung einer Rating-Agentur zu berücksichtigen, trotzdem machen es die meisten, was daran liegt, dass sie zu 99,99% in ihrer Einschätzung richtig liegen. Unter diesem Hintergrund sind natürlich die Rufe nach einer Europäischen Rating Agentur interessant, die der Politik dann zwar die gewünschten Ratings erstellt, im freien Markt aber keine Glaubwürdigkeit genießen würde. (Nebenbei enttarnen sich Politiker bei dem Thema Rating Agentur ziemlich schnell, hier besonders Gregor Gysi, der relativ unverholen seine Phantasien eines autoritären und totalitären Staates hat durchscheinen lassen).
Halten wir also fest, dass die Informationen über ein Produkt vorhanden sind und die Ratings freie Empfehlungen sind, auf die die aller meisten aber hören, weil sie in den allermeisten Fällen richtig sind.
Nun kommen wir zur Spekulation. Ich gehe davon aus, dass Du auch ein Girokonto hast und zumindest eine Art Sparbuch oder Tagesgeldkonto. Bereits in diesem Moment bist Du Finanzspekulateur, denn Du leihst das Geld der Bank, was Dir dafür ein (durch das Teilreservesystem niemals für alle erfüllbares) Zahlungsversprechen gibt und dies mit einem Zins vergütet. Du spekulierst also darauf, dass der Schuldner (die Bank) dir Dein Geld irgendwann zurück gibt und Dir darüber hinaus Deine Zinsen auszahlt. Gleiches gilt im übrigen für Versicherungen. Nehmen wir als Beispiel eine BU. Hier spekuliert der Versicherungsnehmer, dass es passieren kann, das er berufsunfähig wird, wohingegen der Versicherer spekuliert, dass das nicht passiert.
Genau das gleiche gilt dann für andere Dinge wie Optionen, wo mit man sich zusichert, ein bestimmtes Produkt zu einem bestimmten Preis zu einem bestimmten Preis zu bekommen.
Du siehst also, dass Du in jedem Fall wo Du Dein Geld nicht direkt gegen etwas für Deinen Konsum eintauschst Du Spekulation betreibst, sei es beim Sparen oder durch eine Versicherung. Im Endeffekt also nichts mit Alkoholikern und Bierdeckeln (wobei dieser Gag im übrigen geklaut ist, ich weiß nur nicht wo ich ihn schon mal gesehen habe).
Um nun zu erklären, wie es zur den Ereignissen in 2008 kam, kann man zunächst einmal Milton Friedman bemühen der sagte, dass man am vernünftigsten mit Geld umgeht, wenn man sein eigenes Geld für sich selbst ausgibt und am unvernünftigsten, wenn man anderer Leute Geld für anderer Leute ausgibt. Nun fing es bereits unter Clinton an, dass jeder Amerikaner sein eigenes Haus haben sollte, wohl unabhängig von seiner eigenen Ökonomisches Leistung. Die Fed gehorchte und senkte die Zinsen. Dieses preiswerte Geld sorgte wiederum für leichtfertige Kredite. Bereits bei dieser kurzen Darstellung wird klar, das am Anfang des Problems in der der Finanzmarkt oder der freie Markt insgesamt lag sondern die Vorgabe der Politik, die sich traditionell danach richtet was man an fixen Ideen so umsetzen will und weniger ob dies ökonomisch möglich oder sinnvoll ist. Ein weiterer Punkt ist, dass sich der einzelne schlicht und ergreifend nicht aus diesem System rauslösen kann, da der Staat das Fiat Money und Teilreservesystem monopolisiert hat. Das liegt zum einen daran, das die meisten Staaten die herausgabe von alternativen privaten Währungen verbieten, einen Annahmezwang für die staatliche Währung verhängen und die Begleichung des selbst erhobenen Schutzgeldes nur in der staatlichen Währung zulassen. Und wenn 25% - 66% (66% in Deutschland(!!)) all des eigenen Geldes an den Staat geht, bleibt nicht viel Raum für andere Währungen.
Was man hieran wiederum sieht ist, dass die Krise keine Krise des Kapitalismus also den freien Marktes war, sondern eine Krise eines Bereichs der unter staatlichem Monopol ist. Es ist jedoch generell so, dass alle Bereiche in denen der Staat involviert ist schlecht läuft und wo der Staat Monopole fördert diese besonders schädlich sind.
Das heißt, dass die ganze Stoßrichtung dieser Sendung vollkommen in die falsche Richtung geht, denn die Antwort ist nicht mehr sondern weniger Staat.
Interessant bei dieser Sendung finde ich im übrigen, dass Ende August diesen Jahres über das Jahr 2008 gesprochen wird und mit den von mir oben geschilderten Zusammenhängen die aktuellen Kursbewegungen erklärt werden soll. Nun sind wir aber momentan in einer vollkommen anderen Krise, denn aktuell geht es darum, dass die Staaten vollkommen überschuldet sind (aus den von mir beschriebenen Gründen, dass in der Politik fixe Ideen losgelöst von ihrer Ökonomischen Machbarkeit durchgepeitscht werden). Hier dann wieder von 2008 zu sprechen ist Agenda Setting und Stichwortgeberei. Stellvertretend hierfür steht der dumpfe Einwurf von Katja Eppstein: "Krisengewinnler". Die Falschinformationen, dass das Geld nur von einem zum anderen Wandert wenn die Kurse fallen ist im übrigen eklatant. Traurig, dass Dirk Müller das auch noch bestätigt, zeigt aber, dass die Kritik an diesem Mann berechtigt ist.
Schlussendlich passt die ganze Geschichte aber in das was im ÖRR so als Kabarret läuft. Im durch staatlichen Zwang finanzierten ÖRR treffen sich Nettostaatprofituere die Außerhalb dieses System wohl wirklich arbeiten müssten und unterhalten die Nettostaatsprofituere im Studio und vorm Fernseher. Denn dies ist das, was die Zuschauer vereint, weniger Bildung und "soziale Schicht" sondern das am Tropf hängen von staatlichen Transfersystemen, sei es als Hatz IV Empfänger, Mitarbeiter im öffentlichen Dienst oder Beamter. Die Nähe zu Pispers und Konsorten ist besonders groß (um mal das Flaggschiff dieser Unterhaltung zu nennen).
Der Vergleich zur Programmierung trifft nur ein Teilen zu, wirft aber einen interessanten Aspekt auf. Die Richtigkeit (und damit Fehlerfreiheit) eines hinreichend komplexen Programms ist nicht beweisbar. Erst recht nicht bei Nebenläufigkeit. Das trifft dann auch auf jeden andere komplexe System zu, was zwar als Modell abgebildet werden kann, jedoch nicht im Detail vorhergesagt werden kann.
Eine Komplexität des Existenz, mit der man schlicht klarkommen muss.
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| Ich pausiere auf unbestimmte Zeit. |
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