| 417 Beiträge - Alter Hase
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Sagen wir's Mal so ...
Phönix-Cons gibt es recht selten, weil es im Gegensatz zur Mittelland-Kampagne mit zig Orgas von der viele verschiedene Ansichten des Rollenspiels vertreten, alle unterschiedliche Regelwerke nutzen (die meisten benutzen DragonSys. 2nd Ed., aber selbst da gibt es sehr viele Orgas mit eigenen Hausregeln) und einige verzichten ganz darauf und nutzen das Ambientefördernde "Du kannst was Du (darstellen) kannst". Was mich ein wenig gestört hat als ich mit LARP begann und was ich bei Phönix nicht habe, ist ein gewisser Standart der mir in der Mittellandkampagne fehlt. Die Phönix-Welt ist gut durchdacht, wie auch die Fantasy-Welten anderer Orgas, nur macht es jetzt einen Unterschied wenn ich mit meinem Phönix-Charakter einen Nymphenhain-Con der Phönixcarta besuche und danach vielleicht wieder den Stadt-Con Tulderon von der Phönixcarta besuche, als wenn ich mit meinem alten Charakter auf einen Experimental-Con (sehr gute Cons), danach auf einen Traak-Con fuhr und davor noch auf einem Aradesh-Con war. Warum?
1. Weil keiner der letzten drei genannten Cons in ein und der selben Welt oder Land spielt und alle drei Orgas die diese Cons veranstalten unterschiedliche Ansichten von LARP haben und die Möglichkeiten einer Fantasy-Welt unterschiedlich interprätieren.
2. Weil wenn ich auf einen Phönix-Con fahre, ich meiner Meinung nach, eine dichtere Atmosphäre habe und sinnvolleres Rollenspiel betreiben kann, als wenn ich auf einen Mittelland-Con fahre oder einer anderen, offenen Kampagne wie Tanebria besuche. Wieso? Ich war zwar noch nie auf einem Drakenstein-Con, habe aber sehr viel über die gehört und wollte auch schon Mal gerne einen Besuchen ... Aber! Dann höre ich Sachen wie: In Drakenstein ist Magie eine Seltenheit, da herrschen Bedingungen wie im düsteren Mittelalter und Monotheismus. Ist für mich alles nichts Schlechtes. Doch dann erzählt mir Sherry, einer der Knappen unseres beliebten Schlitzohres Brian, das er schon Interaktionen mit seiner Gottheit Ordon erlebte. Göttliche Interventionen finde ich extrem krass und sind Sachen die nur in den absolut selten vorkommen sollten. Egal - tut an sich nichts weiter zur Sache. Auf jeden Fall geht es dann vom Drakenstein auf den nächsten Con. Dort erlebe ich dann das genaue Gegenteil:
Magie findet man überall und sie nicht anzutreffen ist die absolute Seltenheit, am besten gibt es dann auch dort den Mehrgottglauben oder am besten gar keine Götter, Halbdämonen auf der Straße gibt es dafür auch ab und zu und ... ach ja, der König dieses Landes ist ein Drow - oder noch besser, einen Feudalstaat gibt es da nicht, man lebt dort in einer Republik. Und dann soll ich noch im Spiel erklären wie ich binnen zwei Wochen von Drakenstein ungefähr 1000 Meilen Landweg hinter mir gelassen haben und zwei Ozeane überquerte.
Du siehst, so kann man rasch in Erklärungsnot kommen. Außerdem finde ich es schade, das potentielle Konflikte unter den Spielern gerne ignoriert werden. So sieht man auf vielen Cons immer wieder, das es scheinbar nicht notwendig ist, das Amozonen Männer wie Abschau behandelt oder Drow ihre lichten Vettern von der Oberfläche respektvoll, geradezu liebevoll behandel.
Zugegeben, einiges mag überspitzt erscheinen, aber die meisten werden mir recht geben, das es leider nicht so ist. Zumindest hat solche Komplikationen auf einem Phönix-Con in der Regel nicht, weil ...
1. Es eben einen Standart gibt. Auf allen Phönix-Cons sollte eine Bande bewaffneter Räuber als ernst zu nehmder Gegner behandelt werden. Ein Dämon ist dagegen eine absolute Seltenheit, eine echte Rarität und ein schier unüberwindlicher Gegner.
2. Es gibt eine, wie bereits erwähnt, geschlossene Fantasywelt mit einen Sitten, Gebräuchen, Rassen, Ländern und Religionen. Auf einem Phönix-Con sollte es nicht möglich sein, das mich ein Spiel InGame-technisch in ein OutGame-Gespräch verzwackt, wo er aufgrund von Regelwissen über DragonSys meint mir erklären zu müssen, das Priester und Magier das selbe sind. Logo, kein Wunder! Weil auch keine SL einer Orga, mit Ausnahme von Phönix, nachfragt, welche Gebete, Riten und Dogmen, etc. ein klerikaler Charakter einhalten muss, um nicht die Gunst seines Schutzpatrons zu verlieren. Und spätestens wenn ein Schwertbringer Ultors einem geweihten Malagsh begegnet wird es ganz witzig. 
Die Welt von Phönix ist mehr oder minder aktiv. Das heißt, was auf einem Con passiert, kann Auswirkungen auf ganz andere Con einer völlig anderen Phönix-Orga haben, bzw. auf die ganze Welt von Phönix. Beispiel: Phönix IV - Entscheidung am Schattenhorn. Da wurde im Spiel eine Schlacht unter den Spielern ausgetragen und hatte Auswirkungen auf zwei Nationen, zwei Kirchen und einen vergessenen Erzdämon der zur Gottheit des Chaos aufstieg.
Ich kann mich irren, aber ich glaube nicht, das sich bis jetzt so etwas in der Mittelland-Kampagne zugetragen hat. Wie auch? Keine Orga will ja der anderen nachgeben und wegen einer verlorenen Schlacht ihr selbsterfundenes Land samt Kirche und Pantheon aufgeben, bzw. nach Wünschen der anderen Orga ändern, nur weil diese auf einem Con eine Schlacht gewonnen hat.
Am besten du kommst mit auf das diesjährige Tulderon, das im letzten Jahr hat mir gut gefallen und dieses Jahr fahr ich mit meiner Verlobten und einem Freund wieder da hin. Dann kannst du dich selbst von Phönix überzeugen - oder eben nicht. Es macht einfach mehr Spaß, meiner Meinung nach, wenn man auf einen Con geht und was es mit den Göttern, Sitten, Völkern und der Geschichte auf sich hat und keine Pseudo-Halb-Götter daher kommen oder irgendwelcher Priester von suspekten Göttern und noch seltsameren Geboten oder adeligen Elfen die Leopardenfell und Lederrüstung gekleidet sind.
Ist halt nicht jeder Manns Geschmack wenn man sich für eine vorgegebene Religion, Land oder Rasse entscheiden muss fürs LARP und nicht alles selbst erfinden kann, bzw. in manchen Fällen zurecht biegen mag.
Mir hat Tulderon letztes Jahr gefallen und dieses Jahr fahre ich, wie schon gesagt, wieder da hin. Mir gefällt auch das Konzept von PHÖNIX und die Idee einer geschlossenen Kampagne spricht mich sehr an und ich werde auf jeden Fall versuchen auf so viele Phönix-Cons wie möglich zu fahren - sofern das möglich ist. Nichts desto trotz gefallen mir auch andere Cons und andere Orgas und sobald ich wieder Zeit habe werde ich nach dem Abnippeln meines alten Charakters mir einen neuen basteln.
Warum du jetzt glaubst im Kreise der DragonSys-Gemeinde ein betretenes Schweigen vorzufinden als ob jemand einen Fahren gelassen hat, kann ich nicht nachvollziehen. Falls doch so sein sollte, könnte ich mir dafür nur erklären das viele das Phönix-Regelwerk nicht anspricht oder die Leute sich mit der geschlossenen Kampagne nicht anfreunden können. Zugegeben, das Phönix-Regelwerk ist etwas eigen, aber die Regeln sind mir mitlerweile nicht so wichtig. Ich bin auch kein Fan von DragonSys und für die Zukunft habe ich mir vorgenommen keine Charakterbögen mehr abzugeben, wenn ich auf einen DragonSys-Con als Spieler fahre. Warum? Weil meiner Erfahrung nach sich die meisten Spieler eh nicht an Regeln halten und mehr Wert aufs Ausspielen legen, bzw. ein einigermaßen nüchternes Spiel. Das soll heißen:
Man soll's nicht übertreiben und selbst wenn man's ganz doll darstellen kann, werden die meisten Mitspieler sich nicht mit dem Gedanken anfreunden können, dass sie ein Zauber "sofort" umbringt.
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