| 108 Beiträge - Larp-Junkie
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Hallo,
meine Sicht aus dem fernen Münsterland :
Das Grundschema ist ja nicht nur typisch für Berlin, sondern wohl fürs deutsche Larp an sich. Deine typische Ablaufbeschreibung empfinde ich aber überhaupt nicht als Problem, weil man innerhalb dieses Ablaufs extrem viel variieren kann - der Ablauf an sich hat ja einige Vorteile, auf die ich ungern verzichten möchte.
Zitat Original geschrieben von Dekar Saorise
Der Typische Ablauf ist ja folgender:
1.) Helden reisen an, es gibt eine erste Ploteinführung
2.) Helden informieren sich, eventuell unter Angriffen.
3.) Quests lösen und ggf. Kämpfer vom "großen mächtigen Bösewicht" abwehren
4.) Endschlacht am Abend bei Nacht
5.) Belohnung, saufen und feiern
6.) Abreise (nicht ausgespielt)
Und immer sind die Helden wichtig.
Auch wenn der Handlungsablauf so strukturell Sinn macht, wäre doch mehr Abwechswechslung irgendwie schön. Warum sind die Helden immer die letzte Verteidigungsbastion...und nicht nur Kämpfer unter Kämpfern? Warum muss es immer eine Endschlacht geben? Sowas. |
"Kämpfer unter Kämpfern" statt letzter Linie klingt ja nett, aber ändert das in der Praxis was? Dann weiß man halt, dass man nicht die letzte Linie ist, aber irgendwelche Beschäftigungen für die "Abenteurer" braucht man trotzdem und irgendeinen netten Abschluss, der alle beschäftigt, auch ... wär also nur ein kleines Detail, was nicht wirklich groß was ändern würde. Zur Endschlacht gleich an entsprechender Stelle noch was.
Warum die Abläufe mMn sehr sinnvoll sind:
1.) Anreise - mMn unumgänglich, um ins Spiel zu kommen. Dass alle bereits da sind und am Tisch sitzen beim Ruf "Time in" habe ich auch schon erlebt und es als sehr schwierig empfunden, da einen Einstieg zu finden. Aber die Anreise kann man ja sehr unterschiedlich gestalten, alle zusammen, einzelne Grüppchen, einzelne Personen, festgelegtes Ziel oder zufälliger Zwischenstopp (oder vielleicht mal eine Flucht?). Bei speziellen Cons wäre auch "Ihr liegt auf dem Boden, wacht auf und wisst nicht, wo ihr hergekommen seid" was (irgendein größeres Con hatte mW mal ein ähnliches Konzept, Jenseits der Siegel oder so?)
2.) Helden informieren sich, Angriffe - ja, man hat zwei Möglichkeiten: Entweder ist die Situation eine Überraschung oder ein Kommandounternehmen, oft auch eine Mischung "In Gebiet X verschwinden Leute, findet raus was da los ist", was ja wieder auf irgendwelche Überraschungen hinausläuft. Ich persönlich fände auch ein reines Kommandounternehmen reizvoll, viele Spieler haben aber großen Spaß am "Rausfinden, was da los ist".
3.) Quests lösen - bzw. "Leute irgendwas tun lassen" - ist ja eine sehr allgemeine Beschreibung. Hier kann man ja auch alles mögliche machen, möglichst etwas, was viele Spieler beschäftigt bzw. wo sich jeder dran beteiligen kann, der möchte. Es ist unheimlich schwierig, Beschäftigung für so einen Haufen Personen zu finden, Kämpfe haben den Vorteil: Sie beschäftigen ohne viel Aufwand viele Personen. Es gibt keine Alternative, mit der die gleiche Personenzahl auf so einfache Weise etwas zu tun bekommt. Für Kämpfe braucht man keine großartigen Requisiten, keine ausgefeilten Geschichten, keine Räume, nur motivierte NSC. Kämpfe funktionieren.
4.) Endschlacht am letzten Abend - halte ich, sofern es sich nicht um ein ausschließliches Akademie-/Ambientecon handelt, für unverzichtbar. Nenn mir eine Möglichkeit, etwas als Abschluss zu finden, an dem quasi jeder Charakter entsprechend seiner Profession (Kämpfer, Heiler, Magier) aktiv teilnehmen kann ... mir ist noch nichts eingefallen. Vielen machts viel Spaß, ich sehe auch keinen Grund, drauf zu verzichten. Nur "gibts immer" reicht mir nicht, weil "weglassen" ein Con mMn nicht attraktiver machen würde. Aber man kann ja variieren: Ort (freies Feld, Häuserkampf, Wald), Art (Schlachtreihen, Rückzugskampf, Wellenzombies), ein Obermotz muss auch nicht unbedingt da sein (aber schon irgendein Ziel, etwas, das es zu erreichen gilt, das kann auch "Durchhalten bis Stunde X" sein), etc. Und die Entschlacht muss nicht zwingend das Ende des Cons sein (ziemlich gegen Ende sollte sie mMn aber schon stattfinden), sondern es kann danach ja ruhig noch eine Abschlussszene kommen.
5.) feiern - hier scheiden sich die Geister. Für einige ist die OT-Runde (und auch Party inkl. Trinken) unverzichtbar, andere würden lieber spielen. Möglich wäre es vielleicht, einen IT-Ort festzulegen, an dem sich die Spielwilligen treffen können ... aber ich fürchte, jedem Recht machen kann man's nicht. Hier wird sich schlicht die Mehrheit durchsetzen.
6.) Abreise (nicht ausgespielt) - Ja, man könnte das abreisen natürlich auch ausspielen, hab ich auch schon erlebt, inkl. Rückzugsgefechten (auf engen Wegen NICHT zu empfehlen, macht keinen Spaß) ... kann nett sein, aber der ungeheure Bringer ists auch nicht
So, wie gesagt, innerhalb dieses Schemas (was ich gar nicht so eng finde) habe ich schon jede Menge Variation erlebt. Mir gefällt's so auch gut.
Man kann natürlich Ambiente-/Akademiecons o.ä. nach gänzlich anderem Schema aufbauen, muss dann aber vorher DEUTLICH klar machen: Auf diesem Con keine Endschlacht/Kämpfe/wasauchimmer. "Keine Endschlacht" als Überraschung taugt nicht Nicht-Standard-Cons sollte man wohl auch in der Größe beschränken - wenn man nur 20-30 Plätze vollzukriegen hat, muss man nicht "jeden nehmen", der finanzielle Druck ist kleiner, und das können tolle Cons werden.
Zitat Ein paar schöne Überlegungen, deren Erfolg man unterschiedlich beurteilen kann, waren z.B. in letzter Zeit ein lockaler "Stop" Befehl (dessen Wortlaut ich vergessen habe) oder dezente Beleuchtung mittels Glasfaserkabel als Magiebarriere. Ich will nicht über diese beiden Maßnahmen reden, sondern sie nur als Beispie aufgeführt wissen. |
Dieser Absatz hat mich etwas irritiert, diese beiden Punkte sind ja Details, die mit dem Conablauf bzw. Plot so gar nichts zu tun haben, geht es dir um "neue Ideen" allgemein (neue Darstellungsideen, weil neue Technik z.B. mehr möglich macht, sehe ich z.B. doch oft, ist das in Berlin so eine Seltenheit?) oder tatsächlich um festgefahrene Abläufe?
viele Grüße,
Annkathrin
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