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Surja ist offline Surja  
353 Beiträge - Alter Hase
Surja`s alternatives Ego
Liturgische Farben (vgl. Nixdorff und Müller 1983; S. 45 ff)
• Festgelegte Farben des Kirchenschmuckes und der Meßkleidung zu bestimmten Feiertagen
• Im 13. Jahrhundert Weiß (höchste Feierfarbe für Ostern), Rot (u.a. Pfingsten), Grün (festlose Tage) und Schwarz, ab 1570 (Konzil von Trient) auch Violett („Tag der unschuldigen Kinder“)
• Dunkle Farben > Repräsentation der Armut durch die Ordensgeistlichen > „Zeichen ihrer Weltabgewandtheit und Buße“ (vgl. Nixdorff und Müller 1983; S. 45)
• Realität: Scheinbar wurde „das strenge Farbschema nur selten eingehalten“ > Tendenz zu mehr Farbigkeit und größerer Variation; z.B. für Tauer wurde auch Violett und Indigoblau getragen, auch vom Volk übernommen (vgl. Nixdorff und Müller 1983; S. 47)

Fazit
• „Die mittelalterliche Vorstellung von der Schönheit der Farben geht auf antike Vorbilder zurück.“ (vgl. Nixdorff und Müller 1983; S. 57)
• Aristoteles: „Je ebenmäßiger das Verhältnis der Bestandteile der Farbe zwischen Schwarz und Weiß ist, je schöner“ ist sie. (vgl. Nixdorff und Müller 1983; S. 57)
• Farben voller „Glanz oder der lebendigen Bewegung“ werden als Ideal betrachtet > „einfarbige Kleidung reich mit Edelsteinen und Metallelementen“ (vgl. Nixdorff und Müller 1983; S. 57)
• Die Kleiderfarbe im Mittelalter „deutet auf das Wesen im Inneren hin“. (vgl. Nixdorff und Müller 1983; S. 58)
• Erst gegen Ende des 12. Jahrhunderts werden in der Literatur persönliche Empfindungen gegenüber Farbe geäußert, z.B. „individuelle(s) seelische(s) Erleben“. (vgl. Nixdorff und Müller 1983; S. 58)
• Witelo (1272): Gegründung des „ethopsychologisch(en)“ Schönheitbegriffes („Die Beurteilung der Farbe nach ihrer Schönheit wechsele von Volk zu Volk und hänge von den jeweiligen Gewohnheiten ab.“) > Anfang einer „psychologischen Ästhetik“, nachweisbar in der höfischen Rittermode des 12. und 13. Jahrhunderts (vgl. Nixdorff und Müller 1983; S. 59)
• Italienische Renaissance > „Aufmerksamkeit gegenüber der Natur und Umwelt“ > Einzelfarben kontrastreich gegeneinander setzen (z.B. Grün-Rot oder Grün-Purpur) > bessere „harmonische Anordnung von Farben“ (vgl. Nixdorff und Müller 1983; S. 60)
• 15. und 16. Jahrhundert: „Freude am Spiel von Licht und Schatten in seiner Wirkung auf den Farbton“ > „geschnittene“ Samte oder Damaste (wechselnde Wirkung durch verschiedene Oberflächenebenen bzw. unterschiedliche Bindungen) sowie Verwendung von Samt und Seide in einem Gewand (vgl. Nixdorff und Müller 1983; S. 60)
• „Nach und nach gewinnen die näher verwandten Farben an Interesse. Paolo Lomazzo (1538 – 1600) empfiehlt die sorgfältige Abstufung der einzelnen Farben und hebt die engen Nachbarn als harmonisch besonders hervor, z.B. (...) Grün-Blau.“ (vgl. Nixdorff und Müller 1983; S. 60) > 15. Jahrhundert: Färber beginnen, die einzelnen Grundfarben möglichst vielfältig zu variieren (Vorbehandlung der Stoffe, Mischen, Überfärben)
• MA: „intellektuell – symbolischer Aspekt“ überwiegt (Zusammenspiel von Kleidungsfarbe und „Wesen des Trägers“) > zunehmende „Welterkenntnis“ führt zu vermehrt psychisch bedingter Farbauswahl > Aufklärung: „Interesse an (...) nicht zähl-, wäg- und meßbaren Aspekten der Farbe“ erlischt -> Physiognomie (individuelle Färbung von Haut, Haaren und Augen) bestimmt die Farbwahl seitdem (vgl. Nixdorff und Müller 1983; S. 172)
• Tarnfarbe: Passive Farbanpassung der Kleidung zur Umwelt > Unauffälligkeit -> „berufsspezifische Kleidung des Jägers und Soldaten“ (vgl. Nixdorff und Müller 1983; S. 172)
• Anpassungsfarbe: Schutz für die Kleidung + ästhetische Wirkung durch Übereinstimmung -> Weiß für Bäcker (Mehl), früher rot für Fleischer (Blut), Grau für Reisende (Staub), Schwarz für Schornsteinfeger (Ruß); ebenso Anpassung an soziale Umwelt durch Übernahme einer Mode möglich (vgl. Nixdorff und Müller 1983; S. 172)
• Scheinbar menschliches Bedürfnis, „Abweichungen von der Norm in jedem Fall zu korrigieren.“ > blasse Haut frischer erscheinen lassen, Augen kräftiger,...; im Mittelalter ein Schönheitsideal, dass aus heutiger Sicht auf Übertreibung der körperlichen Merkmale basiert: Das „Schneewittchenbild“ („Haut so weiß wie Schnee, Lippen und Wangen so rot wie Blut und Haare so schwarz wie Ebenholz“) (vgl. Nixdorff und Müller 1983; S. 173)
• „Im Laufe der Jahrhunderte wurden sind alle geschriebenen und ungeschriebenen Regeln für die Bindung der Farben an bestimmte Altersgruppen, Stände, Jahreszeiten und Anlässe aufgehoben worden.“ (vgl. Nixdorff und Müller 1983; S. 176) > durch Kleidungsfarbe werden Stimmungen ausgedrückt, Schnitt verrät selten etwas über soziale Klasse des Trägers (Haute Couture –Schnitte bei Kleidungsdiscountern, Lagen – Look in Disigner – Läden)
• MA: Symbol = Abbild mit „magische(r) Funktion“ > „alchemistische Tradition“ des „Zusammenhanges bestimmter Prozesse in der Welt (...) und im Menschen (...), d.h. Schöpfungswort und Werk“ (Verbindung zwischen Lauchgrün und dem Heiligen Geist durch die Heilkräfte der Pflanze, die als Gegenseite zu den reinigen Kräften des Heiligen Geistes gesehen wurden) (vgl. Nixdorff und Müller 1983; S. 180)
• Farben im MA: „Dingabgeleitete Farbbezeichnungen“ (z.B. Feuerfarbe), Neme durch Herstellungsverfahren (z.B. Karmesinrot), Qualitätenname (nach Beschaffenheit wie „Wärme, Härte, Süße, Helligkeit, Rundheit“) -> „spirituelle Bedeutung dieser Farbe – Qualitätsbezeichnung lässt sich nur im Originaltext erschließen“ (vgl. Nixdorff und Müller 1983; S. 180)
• Nach der Arbeit von Gloth (1902) zur Gewandsprache des Spätmittelalters: „Im. 14. Jahrhundert begegnet uns eine ausgebreitete Farbsymbolik, die sich besonders auffallend in der Sitte offenbart, durch das Tragen bestimmter Farben die Leiden und die Freuden der Liebe öffentlich anzuzeigen.“ (vgl. Nixdorff und Müller 1983; S. 180)






Hinfallen ist keine Schande - liegenbleiben schon.
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Beitrag vom 28.03.2007 - 20:56
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