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| 347 Beiträge - Alter Hase
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Hmm, neue Zauberformeln. Ich hab in Berlin erst einen Magier (Magier im Sinne von Zauberschule, also kein Druide, Priester ...) gesehen, bei dem ich überhaupt von "Formeln" zu sprechen wage. Die meisten Spieler spielen Magie leider nicht als etwas zum Formen sondern so als würden sie Stein-Schere-Papier spielen. Außerdem suchen die Leute viel zu häufig nach Zaubern/Fähigkeiten die sie noch stärker, noch geschützter oder noch schlagkräftiger machen. Wenn das so weiter geht muss man bald mal Abrüstungskonferenzen stattfinden lassen damit nicht irgendwann die ersten Larper rumlaufen die man erst eine halbe Stunde mit Feuerbällen bewerfen muss damit sie wenigstens mal aua sagen (achne, solche Magier gibt`s hier in Berlin hier ja schon und ihr wollt ihnen wirklich noch mehr Schutzzauber verpassen). Zumal jemand der Schläge und Treffer einstecken will, verdammt noch mal einen Krieger spielen soll und keinen Magier Sonst führen die Krieger als Gegenreaktion bald die ersten Musketen ein und irgendwann spielen wir alle Warhammer -Larp mit Dampfpanzern
Wenn man schon neue Zauber entwickelt sollte man das IT machen, und sie sollten einen nicht noch besser und stärker machen sondern einen rollenspielerischen Wert haben. Zum Beispiel ein Zauber der dem Trollhäuptling die Fangzähne schrumpfen läßt damit der aus Angst vor dem Muju die Prinzessin frei läßt.
Dieser oben erwähnte Berliner Magier bei dem ich wirklich von "Zauberformeln 2 zu sprechen wage hatte eine spontane Idee für einen Zauber gegen das IT-Problem, den er theoretisch nach 5 Minuten ausgiebiger Regelwerksdiskussion auch sofort hätte wirken können. Aber anstatt sich wie HarryPotter hinzustellen, seinen Charbogen zu einem Zauberstab zusammenzurollen und damit 2 mal die Luft umzurühren während er einen Pseudolateinischen Kinderreim aufsagt und *puff* nach 30 Sekunden die Sache gelöst hat - nein - er hat sich (gemeinsam mit einem ähnlich gut spielenden Magier) eine dreiviertel Stunde hingesetzt, in seinem selbst geschriebenen Grimoire (in meinen Augen für akademische Magier Pflicht!) herumgewühlt, magische Berechnungen angestellt, magische Schriftzeichen zum benötigten Zauber zusammenzuwoben und diesen dann in einer schönen kleinen Vorstellung angewendet und dann erst einen Seitenblick zur SL geworfen nach dem Motto "Ich weiß ich sowas nicht direkt auf dem Bogen stehen, aber ich geb mir ja auch extra Mühe". Das ist Magie, das fesselt die Spieler und das Engagement beim Spiel schmeichelt dem Auge der SL.
Mir ist es als SL egal ob jemand laut Regelwerk X + Charbogen 13.4 Zauber Soundso wirken kann. Wenn er es Scheiße auspielt (z.B. keine Komponente verwendet oder einen starken Zauber nur achtlos dahinwirft) - Fehlschlag (und dabei ist es mir egal wiewiele Drachen laut Charbogen mit seiner Mama gepoppt haben damit er gezeugt wird oder ob Feuergott Blabla höchstpersönlich sein Taufpate ist). Je nach dem wie schlecht es war mit keinen oder gar negativen IT-Folgen für ihn.
Wenn er hingegen das Niveau erreicht das hier in Berlin als noch angemessen erachtet wird (also D-Sys auswendig kennt und das Niveau einer Telenovela grade so überschreitet), dann hat er es halt geschafft. *den Zauber quasi gelangweilt durchwinkt*
Und wenn er eben eine Show wie da oben abliefert, wenn er die Magie für als solches ausspielt und nicht nur wie bei Stein, Schere, Papier seine Fähigkeit XY in`s Spiel wirft, Magie für ihn also überzeugendes Rollenspiel ist und nicht nur das Auswendig lernen irgendwelcher Regelwerks Absätze, dann ist es mit egal ob der gewirkte Zauber im Regelwerk steht oder nicht. Solange es gut gespielt ist, der Balance und Fairness des Spiels nicht schadet und wirklich rollenspielerisch schön erarbeitet ist, funktioniert die Magie auch.
Worauf ich damit hinaus will, aus SL Sicht ist es mir welches Regelwerk was vorschreibt. Wenn es gut gespielt ist drücke ich grinsend beide Augen zu und erfreue mich an dem durch den schönen Zauber geförderten Spiel. Ich will überzeugt werden das dieser Char IT wirklich ein Magier ist. Nichts ist schlimmer als ein Magier der z.B. eine Wunde mit einem Schulterzucken schließt und mich anschließend angrinst nach dem Motto "Ich bin so gut, ich hab Wunde regenerieren - und wegen Großmeisterirgendwas muss ich mir nicht mal die Mühe machen und dafür einen minimalen Aufwand an Rollenspiel betreiben". Das kann bei mir gehörig in`s Auge gehen. Denn Regelwerke sind zwar wichtig, aber wir spielen Larp und nicht Pen&Paper, das Rollenspiel kommt in meinen Augen immer VOR dem Regelwerk.
Ich finde Magie wird im Larp immer viel zu sehr auf Charbögen und Regelwerksfähigkeiten reduziert. Das ist wie gesagt nicht Pen&Paper oder WorldOfWarcraft, das ist letzlich doch zu einem großen Teil ein Schauspiel. Und Harry Potter der schüchtern oder großspurig ein Sprüchchen aufsagt, die Luft mit seinem Stäbchen umrührt und anschließend Großmeistermagie wirkt - ne, ist nicht mein Fall - Magie, das sind Gebete, das ist gesammeltes Wissen aus Zauberbühern, das ist das Untersuchen, herbeirufen und Formen von Kräften die ein normaler Mensch nicht erahnen kann und genau das will ich sehen - und nicht wie gut jemand sein Regelwerk beherrscht (und vorallem wie man diese verdrehen kann um völlig neue Fähigkeiten zu erschaffen).
Wenn du es also schaffst mich als SL spielerisch von diesen Fähigkeiten zu überzeugen und ich sie für angemessen, fair und im Rahmen des Plots halte, dann hast du es intime vielleicht grad in mühseliger Arbeit geschaft eine neue besondere Formel oder ein neues besonderes Gebet (je nach Art der Magie) zu entwickeln. Und wenn die anschließende Ausführung des Zaubers ähnlich schön und hart erarbeitet wird - warum soll ich den Zauber dann nicht vielleicht auch durchgehen lassen? Einmalig und situationsbedingt (und garantiert nicht ausCheck-fähig). Eine seltene Belohnung für schönes Rollenspiel. Vielleicht geht es ja auch schief, aber das schöne Rollenspiel war`s definitiv wert.
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| Beitrag vom 17.10.2007 - 14:24 |
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